Der deutsche Tourismusverband bekennt sich nach eigener Aussage ausdrücklich zu einer nachhaltigen Entwicklung im Deutschland-Tourismus. Für ihn konzentriert sich der Nachhaltigkeitsgedanke auf drei Säulen, auf die ökologische, ökonomische und soziale Nachhaltigkeit (siehe Website). Doch egal, ob für Urlaub in Deutschland oder in fernen Ländern, die Verbraucher sind zwar am Thema sehr interessiert, scheinen aber teilweise den Versprechungen nicht recht glauben zu können.

Das Institut für Tourismuswirtschaft an der Hochschule Luzern (Schweiz) kam in seiner Tourismus-Studie 2011 jedenfalls zu genau diesem Ergebnis, obwohl potenziell jeder fünfte Tourist für den Eigenbedarf nachhaltige Reisen will. Aber 38 Prozent der befragten Bundesbürger seien entsprechend gekennzeichneten Angeboten nachhaltiger Reisen gegenüber „Skeptiker“. Warum, was fehlt?

  • Ein Stempel und schönes Label allein reicht jedenfalls nicht. Die Schweizer Tourismus-Forscher kamen zu der Auffassung, dass die „vielen Nachhaltigkeitssiegel im Tourismus den Kunden auch verwirren können“.
  • Viele Urlauber würden glauben, nachhaltige Angebote seien quasi automatisch teurer, was aber nicht der Fall sei.
  • Vor allem bei größeren Anbietern fehlen oft ausführlichere und transparente Informationen über die Auswirkungen einer Reise auf Mensch, Umwelt und Wirtschaft im Zielland. Vor allem Anbieter mit Nachhaltigkeitsinformationen direkt im Reisekatalog sorgen hier für klare und hilfreiche Kriterien. Über solche Anbieter mit klaren Infos zur Nachhaltigkeit Ihre Reiseangebote werden wir hier zukünftig berichten.
  • Beispiel-Kriterien: Während der Reise anfallende CO2-Emissionen, Ressourcenverbrauch, vergleichbare Werte für CO2-Emmissionen. Schwieriger, vor allem bei Angeboten, die auf diverse externe Dienstleister und Anbieter von Teil-Leistungen angewiesen sind: Infos zu sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen des Urlaubs. 

 

Eine möglichst kurze Definition für nachhaltigen Tourismus

Die berühmte Rio-Konferenz der Vereinten Nationen im 1992 hat ein "Nachhaltigkeitsprinzip" vereinbart, dass auch für den Bereich Tourismus klare Hauptziele definiert:

  • Schutz und die Entwicklung des natürlichen (Natur, Umwelt) und kulturellen Erbes  
  • Gewährleistung hoher Gästezufriedenheit
  • Verbesserung der Lebensqualität der einheimischen Bevölkerung
  • Wirtschaftliche Stärkung der Ziel-Regionen
  • Indikatoren für die nachhaltige Entwicklung von touristischen Zielgebieten

 

Ausführliche Kriterien für Spezialisten und Interessierte

Die Welttourismusorganisation der UN nennt sich UNWTO (World Tourism Organization). Sie schuf für Nachhaltigkeit einen umfassenden, aber etwas komplizierten Rahmen:

Laut UNWTO: "Nachhaltige Tourismusentwicklung befriedigt die heutigen Bedürfnisse der Touristen und Gastregionen, während sie die Zukunftschancen wahrt und erhöht. Sie soll zu einem Management aller Ressourcen führen, das wirtschaftliche, soziale und ästhetische Erfordernisse erfüllen kann und gleichzeitig kulturelle Integrität, grundlegende ökologische Prozesse, die biologische Vielfalt und die Lebensgrundlagen erhält.“

Die UNWTO stellte einen Katalog mit über 300 Indikatoren für nachhaltigen Tourismus für die Bereiche Umwelt, Gesellschaft Kultur und Wirtschaft. Nicht alle Kriterien sind für einzelne Zielregionen relevant. Länder und einzelne Tourismus-Regionen können mit dem Katalog aber einfach und umfassend alle relevanten Indikatoren finden und für sich zusammenstellen. Zur Website der UNWTO

Außerdem wurde  einen Code von zehn Prinzipien für ethischen Tourismus formuliert, der Global Code of Ethics for Tourism.

 

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