ITB Reise-Messe 2018 Standeröffnung Mecklenburg-Vorpommern

In Berlin hat die weltgrößte Reise-Messe ITB ihre Tore geöffnet. Schon am Eröffnungstag zeichnen sich in verschiedenen Reden und Presse-Veröffentlichungen einige zentrale Trends für das Reisen ab.

 

Nah ist gut: Deutschland bleibt für Einheimische klar das Reiseziel Nummer eins

Mehr als 30 Prozent der Deutschen werden eine oder mehrere Reisen im eigenen Land verbringen. Bayern und Baden-Württemberg sind Spitzenreiter bei der Beliebtheit. Hingegen musste Mecklenburg-Vorpommern (von einem hohen  Niveau kommend) Rückgänge von 1,8 Prozent bei den Besucherzahlen vermelden.

Vielleicht nicht ganz zufällig ist deshalb 2018 Mecklenburg-Vorpommern als erstes deutsches Bundesland offiziell "Partnerland" der ITB. Als ein lange unterschätztes Problem wird verschiedentlich die Erreichbarkeit unter anderem der beliebten Küstenziele genannt. Mehr noch als Urlauber-Staus auf mehreren klassischen Strecken und die Autobahn 20 mit dem metertiefen Loch bei Tribsees sind auch Bahn und Fernbus-Netze ausbaufähig. Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) ergänzt bei den Mängeln erwartungsgemäß den Zustand der vier großen Radfernwege

 

Touristenflut wird für Lieblings-Städte zum echten Problem

Ein lange Zeit fast ungebremstes Wachstum der Reise-Industrie überfordert klassische Urlaubsgebiete - Stichwort "Overtourism" bzw. "Overtourismus". Neben "AirBnB" Metropolen wie Barcelona und Amsterdam klagen auch ganze Inseln wie Mallorca über steigende Mieten und unendliche Touristenmassen. Bei Kreuzfahrt-Zielen wie Venedig oder Dubrovnik kommen noch die täglich einfahrenden großen Kreuzfahrtschiffe hinzu. TUI hat deshalb im Bezug auf Nachhaltigkeit sogar die direkte Anfahrt seiner Schiffe nach Venedig aus dem Programm genommen.

 

Lieblingsziele der Deutschen in Europa

Die Reiseaktivitäten der Deutschen nehmen auch aufgrund der guten wirtschaftlichen Lage seit Jahren zu. Im vergangenen Jahr gaben Urlauber 65 Milliarden Euro für Reisen aus. Das bedeutet ein beeindruckende Steigerung von 8,2 Prozent im Vergleich zu 2016.

Spanien bleibt auch 2018 die Nummer eins bei Urlaub im Ausland. Man rechnet bisher für 2018 mit einem Umsatzplus von knapp fünf Prozent. Auch die seit Jahren steigenden Preise können diese Entwicklung bisher nicht stoppen.

Griechenland statt Türkei. Die Griechen haben sich aus der Krise gearbeitet, zumindest was die Beliebtheit bei Resien betrifft. Satte 30 Prozent Umsatzplus in 2017 sorgten für einen Sprung auf Platz zwei der Auslandsziele. 3,7 Millionen deutsche Urlauber kamen 2017 nach Griechenland. Vor alem Inseln profitieren von der gestiegenen Nachfrage. Vor allem Urlauber, für die das Preis-Leistungsverhältnis ausschlaggebend ist, haben für diesen Boom gesorgt.

 

Steigende Beliebtheit für die Türkei?

Neben Ägypten hofft auch die Türkei endlich wieder auf steigende Nachfrage nach den gut ausgestatteten und üppig vorhandenen Hotel-Kapazitäten. Norbert Fiebig, Präsident des Deutschen Reiseverbands prognostiziert Für 2018 das Comeback der Türkei. Die politische Lage, Menschenrechtsthemen und Sorge vor Anschlägen hatten trotz eines vergleichbaren Preis-Leistungs-Verhältnisses zu Griechenland dafür gesorgt, dass sich die Zahl deutscher Reisenden in den letzten zwei Jahren fast halbiert hatte. Für 2018 würden jedoch wieder ein deutlich steigendes Interesse zu verzeichnen sein. Die Buchungszahlen liegen zu Beginn der Saison laut dem Deutschen Reiseverband doppelt so hoch wie im Vorjahr.

Siehe auch: Trends für sichere Reiseziele 2018

 

"Keinen Bock" auf Trump-Land?

Zumindest kurzzeitig hat das Image des ehemals so beliebten Reiselandes USA gelitten. Bereits 2017 hatten die USA bei Reisen aus Deutschland einen Rückgang von 17 Prozent zu verzeichnen. Bis Februar lagen die Buchungen für 2018 erneut ca. 20 Prozent unter dem Vorjahr. Man rechnet allerdings mittelfristig mit einer Normalisierung, eventuell über sinkende Preise.

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