Wohin kann man noch reisen? Die Angst vor Terrorgefahr verunsichert nicht wenige Urlauber. Aber auch unabhängig von möglichen Anschlägen gelten diverse Urlaubsländer allgemein als unsicher und andere eher als sicher. Fairer-urlaub.de hat aktuelle Infos und Tipps für die Planung und für unterwegs gesammelt. Absolute Sicherheit gibt es aber natürlich weder im heimatlichen Umfeld noch auf Reisen.

Reisesicherheit allgemein – Tipps zum sicher reisen

In den aktuell unruhigen Zeiten gilt es auf Reisen besonders, an einschlägigen Orten und Zielen vorsichtig und aufmerksam zu agieren und einige Situationen möglichst zu meiden. Und trotzdem: Manchmal hilft es, solche Gefahren in Relation setzen mit anderen potenziellen Gefahren, die fast jeden Reisenden betreffen und trotzdem selten vor dem Reisen abhalten: Jedes Jahr sind einzelne Urlauber betroffen von Unfällen, Erkrankungen auf Reisen oder – nicht zu vergessen – ganz gewöhnlicher Kriminalität. Doch man kann zumindest vorbeugen.

Reisesicherheit fängt streng genommen schon bei besonderen Vorkehrungen zum Diebstahlschutz an und geht letztlich bis hin zur körperlichen Unversehrtheit. Wie kann man klassische Gefahrensituationen vermeiden oder im Fall der Fälle richtig reagieren? Hier die wichtigsten Tipps für ein entspanntes Reisen.

Reiseformen + Wahrscheinlichkeiten: Keiner wird es Ihnen garantieren können: Aber natürlich gibt es Reiseformen, die für Risiken von Kleinkriminalität bis hin zu terroristischen Anschläge uninteressanter sind als andere. Klassische Reisegruppen-Touren mit Führungen in hoch frequentierte Touristenzentren sind potenziell Ziele mit einer viel höheren Chance auf mediale Aufmerksamkeit und öffentliche Wirkung. Wandern im Harz oder in den französischen Gebirgen ist eher das Gegenteil davon. Ferienhaus-Urlaub in weitläufigen und schönen Naturregionen in Mitteleuropa ebenso.

basar touristen fot71993059 400pxTouristische Orte + Wahrscheinlichkeiten: Gleiches gilt natürlich in sensiblen Touristen-Regionen für das Gefahrenpotential von Menschenansammlungen an prägnanten Orten wie Märkten oder Bahnhöfen. Gerade in Gebieten mit erhöhtem Gefahrenpotenzial fühlen sich Reisende vielleicht abseits der großen Hotels sicherer aber letztlich kann man das nur für jedes Reiseland gezielt abschätzen.

Kleinkriminalität: Auch ganz banale Risiken wie Diebstahl kann man nicht ausschließen aber mit Planung und Vernunft kann man das Thema entschärfen. Pässe, Tickets, Bargelds, Kameras etc. sollten so transportiert werden, dass ein Trickdiebstahl im Vorbeigehen ausgeschlossen ist. Wertsachen am Körper statt in Rucksäcken und Handtaschen zu tragen, vermindert Verluste bei einem Gepäck-Diebstahl. Wer bei einem Raubüberfall auf aktiven Widerstand verzichtet, sichert damit in der Regel seine gesundheitliche Unversehrtheit. Wertvoller Schmuck gehört nach Hause. Wer im Urlaub nicht ganz darauf verzichten kann, sollte genauso wie für höhere Bargeldbeträge Hotelsafes nutzen.

Vorbeugen - Infos vor Ort einholen: Erfragen Sie Tipps bei Mitarbeitern von Touristikunternehmen und eventuell andere vertrauenswürdige Personen im Urlaubsland, welche Orte und Gegenden am Tag oder Nachts als (un)sicher gelten. Bleiben Sie auch unterwegs über Nachrichten-Kanäle auf dem Laufenden, was regional passiert.

Vorbeugen -Notfall-Dokumente: Machen Sie Kopien Ihrer wichtigsten Reisedokumente (Pass, Flugtickets, Kreditkarten, Impfausweis) und bewahren Sie diese an separater Stelle in Ihrem Reisegepäck auf. Notieren Sie die Adresse der deutschen Auslandsvertretung (zu finden unter www.diplo.de/adressen) in Ihrem Reiseland und die Notrufnummer Ihrer Kreditkartenfirma.

Vorsorge - Gesundheit: Die Website des Auswärtigen Amtes hilft auch bezüglich empfehlenswerter Impfungen in fernen Reiseländern. Bei Fernreisen sollte (mit entsprechendem zeitlichem Vorlauf) auch der Hausarzt nach eventuell nötigen Impfungen und empfehlenswerten Gesundheitsmaßnahmen für das Urlaubsland befragt werden. Eine kleine Reiseapotheke hilft dann bei alltäglichen Unpässlichkeiten.

Vorsorge - gesundheitliche Notfälle: Überlegen Sie sich rechtzeitig, ob im Urlaubsland eine ausreichende Infrastruktur vor Ort zur Verfügung steht, oder ob Sie eine Auslandskrankenversicherung abschließen wollen, die eine Kostenübernahme für einen aus medizinischen Gründen notwenigen Transport nach Deutschland übernimmt.

Siehe auch:

Aktuelle Trends für sichere Reiseländer 2017

Kann ich meinen Urlaub bei akuten Gefahren kostenlos stornieren?

 

Sichere und unsichere Reiseländer

Die globale Unternehmensberatung Control Risks veröffentlicht jedes Jahr eine Prognose über politische und sicherheitsrelevante Entwicklungen in der Welt. Folgt man den Analysen des Reports, nehmen die Risiken weltweit zu. Die Analyse richtet sich vor allem an große Unternehmen, die für ihre Tätigkeit politische bzw. sicherheitsrelevante Faktoren einschätzen müssen. Die Experten untersuchen dabei allgemeine Sicherheitsrisiken wie Diebstahl, Betrug, Überfälle oder Entführungen, politische Gefahren wie Bürgerkriege oder auch medizinisch bedingte gesundheitliche Gefahren.

Aber auch Urlauber können diese Einschätzungen Hinweise auf die allgemeine Sicherheitslage in einzelnen Reiseländern bieten. Control Risks hat zusammen mit dem Sicherheits- und Gesundheitsmanagement-Anbieter International SOS deshalb auch eine sogenannte Travel Risk Map erstellt. Auf einer Weltkarte kann man sich die Einstufung von Ländern unter dem Gesichtspunkt medizinischer Risiken und Sicherheitsrisiken für Reisen anzeigen lassen. Zum Thema Sicherheit beeinflussen die Einschätzung Aspekte wie: Diebstähle, Überfälle, Sachbeschädigungen, Betrug, Entführungen, Tötungsdelikte und natürlich Terroranschläge. Die Einstufung erfolgt dabei in fünf Risikostufen: unbedeutend, gering, mittel, hoch, extrem.

Update: Trends für Reiseländer + neue 2017 Travel Risk Map Grafik

 

Wie sicher sind Europa und bekannte Länder für Fernreisen ?

Sicherheit - Polizei mit Blaulicht

Im Vergleich mit diversen weiter entfernten Zielen wird das Sicherheitsrisiko in Europa allgemein weiterhin relativ gering eingeschätzt. Konkrete Gegenbeispiele fanden sich in europäischen Nachbarländern den letzten Jahren allerdings immer wieder. Dazu gehörten unter anderem auch die schon länger zurückliegenden Anschläge auf den öffentlichen Nahverkehr in Metropolen wie London (2005) und Madrid (2004). Präsent sind in diesem Zusammenhang aber natürlich vor allem die Anschläge in Frankreich, Belgien und der Türkei.

Was die Sicherheitslage in Deutschland betrifft, waren bisher weniger klassische Natur-Urlaubsgebiete im Visier, sondern Alltagssituationen und Menschenansammlungen im städtischen Bereich (München, Ansbach, Würzburg, Berlin, jeweils 2016).

Wie trügerisch eine vemeintliche Sicherheit sein kann, haben allerdings gerade Vorkommnisse wie der Anschlag von Barcelona am 17.08.2017 gezeigt. 

Wer sich seinen Urlaub im Inland und Ausland nicht von einer potenziell vorhandenen Terrorgefahr verderben lassen möchte, dem stehen diverse Reiseländer dafür offen.

Für „Risikoscheue“: Als unter diesem Aspekt vermeintlich besonders sicher gelten laut Control Risks beispielsweise skandinavische Urlaubsländer wie Dänemark, Norwegen und Schweden ebenso wie die Schweiz und Island.

Dies sind in Europa leider allesamt relativ teure Länder. Diesen Nachteil bezüglich der Reisekosten haben aber auch viele weiter entfernte und als relativ sicher angesehene Urlaubsländer. Angefangen von karibischen Inseln wie den Bahamas oder Kuba bis zu Ländern wie Australien, Neuseeland, Japan, China, Kanada und die USA. Was auch zugleich die Möglichkeiten und Grenzen der statistischen Untersuchung aufzeigt. Entscheidend ist auch immer, wie man reist und wo man sich konkret im Land aufhält. Denn es gibt sicher auch genug Örtlichkeiten in Ländern wie z.B. den USA, die für Touristen nicht oder nur eingeschränkt zu empfehlen sind.

Innerhalb von Südamerika schnitten bei Control Risks für 2016 vor allem die südlichsten Länder am besten ab: Uruguay, Paraguay, Chile und Argentinien. In Afrika werden Länder wie Marokko, Senegal, Ghana, Namibia und Botswana als relativ niedrig gefährdet ausgewiesen. Doch auch das belegt, wie trügerisch Sicherheit ist und wie schnell sich die Sicherheitslage in manchen Regionen ändern kann.

Denn beispielsweise in Marokko hat das Auswärtige Amt seine Reisewarnungen mehrmals angepasst. So kam es Ende Oktober 2015 zu einem Messerangriff auf deutsche Touristen in der Altstadt von Fes mit unklarem Hintergrund. Reisende sollen sich laut den Reisehinweisen in Marokko stets sicherheitsbewusst und sehr umsichtig verhalten. Für Staatsangehörige westlicher Staaten bestand laut Auswärtigem Amt (Stand 01/2016) ein erhöhtes Anschlags- und Entführungsrisiko und ein Risiko terroristischer Anschläge mit islamistischem Hintergrund, die insbesondere auf ausländische Staatsangehörige abzielen könnten.

Siehe auch: Aktuelle Trends für sichere Reiseländer 2017

Vier Reiseportale mit dem Gesamt-Qualitätsurteil "Gut" (Stiftung Warentest 01/2017). HolidayCheck*, gefolgt von lastminute.de*, onlineweg.de und weg.de.

 

Urlaubsländer mit "hohem" Reise-Risiko laut der Travel Risk Map:

Interessant für Urlauber und andere Reisende ist eine Reihe von Ländern, die 2016 mit einer hohen Risikostufe eingeordnet wurden. Zu Länder mit hohem Risiko im gesamten Land oder zumindest in Landesteilen gehören:

  • Mexiko
  • Indien
  • Ägypten (auch hier nur: Landesteile)
  • Nigeria
  • Sudan
  • Elfenbeinküste
  • Tschad
  • Ukraine
  • Myanmar
  • Haiti

Auch wenn für ein beliebtes Urlaubsland wie Ägypten nur einzelne Landesteile laut der Travel Risk Map 2016 mit einem hohen Reise-Risiko bewertet werden: Zumindest sollte man sich vor der Buchung für ein solches Reiseland durch Medien und die Reisehinweise des Auswärtigen Amtes über die aktuelle Einschätzung der Sicherheitslage und Empfehlungen an Reisende informieren. Bei Reisen beispielsweise in die Türkei ergibt sich dabei ein differenziertes Bild.

 

Update 12 / 2016:

Trends für Reiseländer + neue 2017 Travel Risk Map Grafik

Mehr zu Türkei, Ägypten und Tunesien Reisen 2017

2016 Travel-Map Weltkarte (engl.)

 

Aktuelle Reisewarnungen beachten

Nach allgemeinen staatlichen Einschätzungen besteht die weltweite Gefahr für terroristischer Anschläge und Entführungen fort. Eine erhöhte Anschlagsgefahr besteht dabei speziell in Ländern und Regionen, in denen Terror-Organisationen schon wiederholt aktiv waren. Deshalb sollte man sich unabhängig von generellen Langfrist-Einschätzungen in „Travel Risk Maps“ auf den Seiten des Auswärtigen Amtes über aktuelle Reisewarnungen für einzelne Länder informieren. Diese werden, wie im Falle der türkischen Anschläge in Istanbul bzw. Ankara jeweils kurzfristig der aktuellen Lage angepasst.

Als vorrangige Ziele gelten vor allem Orte mit Symbolcharakter. Für Touristen ist das unter anderem relevant im Bereich der Verkehrsmittel wie Flugzeugen, Bahnen, Bussen und Schiffen. Aber natürlich auch gilt dies auch allgemein für Tourismuszentren, bekannte Sehenswürdigkeiten, Märkte und Hotels sowie generell größere Menschenansammlungen.

 

Kann ich Reisen wegen aktuellen Gefahren stornieren?

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Manche Reiseanbieter sind da durchaus kulant, auch wenn man rein rechtlich nicht unbedingt einen Anspruch auf einen kostenlosen Reiserücktritt hat. Beispielsweise vertraten nach dem Putschversuch in der Türkei einzelne Reiserechtler die Auffassung, dass die Lage an den Küsten-Badeorten so sei, dass Reisende keinen Anspruch auf Stornierung des gebuchten Urlaubs hätten. Ein (mißglückter) Putsch oder eine allgemeine Terrorgefahr reichen in der Regel nicht aus, um einen Reisevertrag zu kündigen.

Wer auf Nummer sicher gehen möchte, sollte sich daher beim Anbieter vorab über allgemeine Zusagen informieren oder bei der Auswahl des Reiseanbieters auf positive Beispiele achten. So hatten nach dem Putschversuch in der Türkei große Tourismus-Anbieter wie unter anderem die TUI und Thomas Cook für einen begrenzten Buchungszeitraum angeboten, Reisen kostenfrei umzubuchen oder zu stornieren. Ähnlich verhielten sich die beiden großen Reiseanbieter auch nach den Anschlägen in Thailand im August 2016.

Kann ich meinen Urlaub bei akuten Gefahren kostenlos stornieren?

 

Vier Reiseportale mit dem Gesamt-Qualitätsurteil "Gut" (Stiftung Warentest 01/2017). HolidayCheck*, gefolgt von lastminute.de*, onlineweg.de und weg.de.

 

Siehe auch fairer-Urlaub Tipps: Aktuelle Trends für sichere Reiseländer 2017

Nicht einschüchtern lassen

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